der ane laft, der aondere orbeitet... (woche 21)
Montag: ich helfe B. ihr Tomatenhaus halbwegs Wettersicher aufzustellen. Dafür hilft sie später mit die Wintersachen der Garderobe aus zu sortieren.
Sie macht es äusserst unwillig, aber sie tut es. Dazwischen gibt es Rippalan und Würstel. die Ripperl gelingen auch in der Bratpfanne recht gut, schmecken aber ein bisschen so als hätten sie eine Woche zu lang im Kühlschrank gelegen...
Ich habe bei meiner Suche nach Platz für die Winterstiefel im Kellerkasten 3 Kisten von Alinas Kleidern gefunden die sie zwische 3 und 5 getragen hat.
Ein Fest für die beiden Kleinen als wir die Kleider anprobieren.
Die Kleider ziehen sie bereitwillig an, bei anderen Kleidungsstücken brauchen sie jedoch handfeste Drohungen (du darfst Morgen nicht zur Birgit...) um sie zumindest einmal kurz anzuziehen.
Dienstag; Wasserlauf in Klagenfurt.
Das Wetter sieht nicht sehr vielversprechend aus. Es schüttet immer wieder unter tags. B. ist auch angemeldet, beschliesst aber nicht zu kommen, sie müsste auch die Kinder mitnehmen.
Kurz vor dem Start hängt eine große schwarze Wolke über der Stadt, aber es regnet nicht. Der Lauf führt vom Schleppe Braukeller zur anderen Seite der Glan, den Fluß hinunter bis Schloss Mageregg und ein kurzes Stück auf der rechten Flußsseite hinauf, bis man wieder auf den alten Weg kommt. Vor allem dieses kurze Stück quasi mitten in Klagenfurt beeindruckt mich sehr. Ein wunderschöner Weg mit sehr dichtem Baumbestand.
Eine alte Frau in ihrem Garten meint als ich vorbeilaufe (und sie Grüße): "der ane laft, der aondere orbeitet..."
Dieser Spruch sagt so ziemlich alles, was viele ältere MitbürgerInnen von Sport bzw. Freizeit halten. Jemand der keine Arbeit hat (= ein fauler Mensch ist) hat Zeit für solche unnötigen Spompanadeln.
Während des Laufes philosophiere ich so vor mich hin: der Schwiegervater betont ja immer wieder wie "fleissig" der Haider ist. Ein sehr wichtiges Kriterium für viele KärntnerInnen. Sie beurteilen kaum was jemand macht, und wie jemand etwas macht, sie beurteilen ob jemand ihrer Meinung nach "fleissig" ist.
Jemand der "fleissig" ist, kann eigentlich fast kein schlechter Mensch sein.
Ich nehme mir vor, den Schwiegervater beim nächsten mal wenn der Begriff "fleissig" fällt auch zu fragen ob er meint, dass Hitler "fleissig" war.
Dieses "fleissig" sein (bzw. immer "fleissig" zu wirken) der Menschen führt zu sehr seltsamen Auswirkungen. So wie in einer anderen Geschichte beschrieben, fahren die Leute vom Dorf lieber mit dem Auto ein Stück um ausserhalb des Dorfes den Freizeitaktivitäten nachzugehen. Ich glaube auch dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Energie vieler Menschen (in Firmen) dafür aufgewandt wird "beschäftigt" oder "fleissig" zu wirken.
Die Stimmung nach dem Lauf war ausgezeichnet. Peter K. war froh trotz seiner nicht mehr vorhandenen Knorpel in den Knien die Strecke in einer recht guten Zeit bewältigt zu haben, Reinhart war sehr froh die Strecke (Volkslauf) überhaupt bewältigt zu haben (ohne Training!)
Der Büroleiter von Reinhart war froh, dass er seinen Haustorschlüssel doch nicht verloren sondern im Auto liegen hat lassen. Er erzählt mir, dass eine Initiative die B. beim Ärmelschonerkränzchen eingeleitet hatte endlich von Erfolg gekrönt war, und Geld für weitere Wasserprojekte zur Verfügung stehen wird. (da werden auch einige wirklich froh sein...)
Wieder zu Hause ist gerade Einladungen basteln für Elenas Geburtstagsfest angesagt. Plötzlich meint sie, dass sie selbst keine Einladung bekommen werde und beginnt bitterlich zu weinen und läßt sich nicht mehr beruhigen.
Kurz vor halb 11 präsentiert mir B. noch ein paar Angebote für den Sommerurlaub. Die Insel Kos um 2500€ für eine Woche mit Flug ab Salzburg....
Als ich nicht sofort freudestrahlend zusage und meine ich möchte mich erst erkundigen was man dort sonst noch machen kann ausser in der Sonne liegen, meint sie sofort dass es eben mit mir nicht ginge einen gemeinsamen Urlaub auszusuchen, und von ihr aus könne man auch gerne nach Lignano fahren, wenn Griechenland zu kompliziert sei. Und sie möchte nicht bei 40Grad im Schatten nach Essen und Unterkunft auf den Pelepones suchen, deshalb soll es eine All-Inclusive Geschichte sein.
Mittwoch:
Ich hole Elena erst um halb6 ab, Chiara die bei Ines ist erst um halb7.
Wir haben unser letztes Theaterabo in Klagenfurt, dummerweise kommt Alina nicht nach Hause, sie ist bei eine Veranstaltung im Parkcafe.
Kurz nach halb8 beginne ich mir Sorgen zu machen und steige aufs Rad um ihr entgegen zu fahren, als sie doch eintrudelt. Da ich annehme, dass es ohnehin schon zu spät ist für Klagenfurt und schon im Raddress bin, möchte ich noch eine Runde fahren. Es ist aber einfach zu kalt (!)
Ich fahre nach einer Runde ums Dorf wieder nach Hause, und B. meint: "was ist jetzt, fahren wir?
Kurz vor der Pause sind wir tatsächlich im Stadttheater. Das Stück ist nicht uninteressant, vor allem die Schauspielerin die die Callas spielt ein Hammer.
Ansonsten bin ich nicht unfroh darüber, dass wir vorerst einmal nicht so bald wieder hier sein werden. Der kommende Spielplan strotzt vor Operette und Musikal, nicht so ganz meins.
Nach der Vorstellung bewundern wir noch den "neuen" Neuen Platz und testen gleich seine Funktionalität.
Als wir um halb 11 nach Hause kommen ist unser "Kindermädchen" noch bei der Hausaufgabe.
Fronleichnam. Da ich meine Uniformkappe nicht finde gehe ich nicht als Feuerwehrmann verkleidet zur Prozession. Sicher kein Fehler, es ist recht kurzweilig, man trifft viele Leute und spaziert durchs Dorf. Heuer ist bei den Jägern ein kleines Kind dabei, und angeblich teilweise auch bei der Feuerwehr. Es interessiert allerdings hinten beim "Volk" niemanden was 100Meter weiter vorne ist.
Statt mit der FF danach sofort auf ein Schnitzl und 2 Bier zu gehen und mir im schönen Saal beim Moser die Blasmusik zu geben, kann ich mit dem Rad eine tolle Runde fahren.
Ich wähle die Strecke nach St. Martin, welche hinter Egg eine fantastische Abfahrt bietet. Bei der Rückfahrt über den Orainsattel versuche ich einen neuen Weg in Richtung Tabor zu finden, es gibt aber nichts, nur einen kurzen Abzweiger der sich aber als schlecht befahrbar herausstellt, und zu meinem ersten Sturz (beim Bergauffahren auf einer nassen Wurzel ausgerutscht) mit dem neuen Rad führt.
Ich komme aber sogar noch während des Fallens aus den Pedalen heraus.
Am Nachmittag montiere ich den Reifen vom Traktor ab bei dem die Luft ausgeht. Am Abend fahren wir nach Ferndorf,
um Alina von Corrys Party abzuholen. Ein kurzweiliger Abend mit guter Jause und dem Thema "Aberglauben"
Bei der Fronleichnamsprozession ist es üblich, dass man nach einer Station Zweige der Birken bei der Station mit nach Hause nimmt. Das bringt Glück erklärt mir eine Akademikerin bei der Prozession.
Bei Spaziergang durch das Dorf - St. Jakob ist wunderschön 300 Meter über dem Drautalboden bei Ferndorf gelegen - erzählt mir Heimo, dass hier im Ort geglaubt wird, dass das erste "Wetter" im Sommer (je nachdem von welcher Himmelsrichtung es kommt) entscheidet wie das Wetter im gesamten Jahr sein wird...
Unsere Freundin C. (ebenfalls Ärztin) hat ihren Kindern beim Autofahren immer Krenwurzen umgehängt damit ihnen nicht schlecht wird...
Themenwechsel: Ernst der Vater der Zwillinge versucht seiner Frau zu erklären, dass eine Reparatur eines Handydisplays nicht möglich ist, bzw. sicher von niemanden gemacht wird. Ich fühle mich an sehr viele ähnliche Diskussionen mit B. erinnert, gebe aber zu bedenken, dass Frauen durch ihren unkonventionellen Zugang teilweise zu Erfolgen kommen, die Männer nie schaffen würden. B. erzählt ihre Geschichte von Chiaras Geschenk, wo sie ohne Rechnung einen Austausch erhielt, Gerda berichtet von einem ähnlichen Erfolg bei einer Satschüssel.
Die Heimfahrt wird anstrengend, es schüttet und wir bringe zuerst ein Mädchen nach Treffen, dann ein anderes nach Landskron.
Am Freitag ist das Wetter immer noch schlecht, wir lassen die geplante zweitägige Radtour (gerne) sausen, und beschäftigen uns mit Alltagserledigungen wie Einkaufen etc.
Trotz verlängertem Wochenende sind beim Fußball 10 Spielers anwesend. Wir spielen endlich wieder einmal auf die kleinen Tore. Simon lässt uns ältere sehr schlecht aussehen, grandios wie er spielt.
Als ich bemerke, dass er mit Stahlstoppel spielt, geht er sogar die Kunstrasenschuhe anziehen, spielt immer noch sehr gut, man kommt aber zumindest ein wenig mit.
Als Joe kommt steht es bereits 3:0. Wir (Mark, Joe, Ernst, Robert) halten später das 7:1 zwar ziemlich lange, verlieren aber doch 10:1. Die andere Mannschaft (Fred, Simon, Paul K., Peter, Lärchi) spielt zwar sehr oft das Spiel
mit einem Mann überspielen, dieses mal gelingt dies aber, weil niemand wirklich an den Mann geht, und sie deshalb viel Platz zum spielen haben.
Wir spielen das brave "abspielen" Spiel, bei Lärchi als letzten Mann allerdings ziemlich aussichtslos. Zusätzlich haben wir noch Pech, ich schiesse 3 mal an die Latte. Das zweite Spiel endet 5:3
Ich fahre nach 2 Radler ins Racers und treffe H. Es wird ein sehr kurzweiliger Abend.
Als ich nach Hause komme, sitzt Alina als "Amy Winehouse" geschminkt im Wohnzimmer. (Ich habe heute die aktuelle CD von ihr gekauft)
Am Samstag schaffen wir es tatsächlich um halb 11 wegzukommen, und sind als die Sirenen heulen schon am Ende des Ossiachersees angelangt.
Die Suche nach einer Gastwirtschaft zum Mittagessen gestaltet sich am Nordufer dann allerdings sehr schwierig, dieses ist touristisch ziemlich tot.
Wir landen schliesslich wieder beim Urbaniwirt, und gönnen uns einen kulinarischen Genuss. Spargelmusse mit Riesengarnelen etc. etc.
Chiara ruft H. an (macht sie wirklich sehr professionell, bei der Herfahrt hat sie schon mit D. telefoniert) und bestellt Eis für sich und Elena.
Die Terasse und die Wohnung(en) von H. sind wirklich fantastisch, wir werden sicher öfter einmal "vorbeischauen". Mit dem Rad ist es leider fast eine Spur zu weit, vor allem, wenn man auch die beiden Kleinen im Anhänger hat.
Heute ist offizielle Eröffnung des "Turmbräustüberls" in M.G.
Da aber sicher schon einiges "probegetrunken" wurde, hält sich der Besucherandrang eigentlich in Grenzen. Nach 2 Bierchen und einem Schnaps wäre ich trotzdem gerne geblieben, allerdings wartet unser "Koch" bereits vor der Haustüre.
Mario kocht endlich das lange versprochene Spargelrisotto. Es gelingt ihm tatsächlich hervorragend, wir sind alle begeistert. (D. ist natürlich auch dabei)
Zum Abschluss liest Mario den beiden Kleinen noch eine dreiviertel Stunde lang aus Büchern vor, Elena schläft aber trotzdem nicht ein. Sie war den ganzen Tag ein wenig "tschaupat" und hat dann am späten Nachmittag geschlafen.
Am Sonntag beim Laufen merke ich allerdings die Anstrengung des Vortages, ausserdem ist es erstmals sommerlich warm.
Wir fahren zur 80 Jahr Feier der Oberkärntner Molkerei nach Spittal. Wir haben zwar erwartet, dass einige Leute sein werden, aber keinen solchen Massenauflauf. Zu einem Essen zu kommen gestaltet sich schwierig, ich wünsche mir auf keinen Fall eine Katastrophe bei der man irgendwo um Essen anstehen muss. Die persönliche Distanz die im normalen Umgang ja vorhanden ist, verschwindet da sehr schnell.
Der Großvater hat für Alina die Autogrammkarte eines Jungstars besorgt. Wir haben sie bei der Hinfahrt auf Radio Kärnten gehört. Alina ist begeistert (...)
Um Punkt 15:00 kommen die ersten Gäste von Elenas Geburtstagsfeier.
Sie ist auch heute nicht wirklich gesund, beginnt aber zu strahlen als die ersten Geschenke kommen.
Der Kasperl hat dann allerdings mit dem Sockenmonster zu kämpfen, dass die Geschenke stiehlt!
Danach möchte Elena unbedingt ihre Geschenke in Sicherheit bringen, damit sie nicht gestohlen werden können....
Es ist am 25.05 das erste mal im heurigen Jahr, dass man ohne Jacke auch am späten Nachmittag auf der Terasse sitzen kann.